Die Tauchergruppe steht seit dem Jahr 1977 im Einsatz und setzt sich zur Zeit aus 12 Einsatztauchern zusammen. Die Auswahl und Ausbildung erfolgt nach strengen Richtlinien, welche österreichweit Anwendung finden. Alle zwei Wochen werden verschiedene Übungstauchgänge durchgeführt, um für alle Eventualitäten bestmöglich vorbereitet zu sein.

Zusammen mit unserem Wasserdienst (Arbeitsboot, Schlauchboot, Zille) ist dies eine ideale Kombination für den Einsatz auf und in den vielen Gewässern in Traun und dem OÖ. Zentralraum. Die 18 OÖ. Feuerwehrtauchgruppen sind übrigens in sechs Taucherstützpunkte gegliedert, die jeweils gemeinsam alarmiert werden können.

Foto: Florian KollmannFoto: Florian KollmannVor allem der Traun-Fluss mit dem Wasserkraftwerk sowie der Badesee Traun-Oedt und etliche Badeseen und mehrere Bäche in der nahen Umgebung zählen zum unmittelbaren Aufgabenspektrum der Feuerwehrtaucher. Aber auch die Donau, nahezu in ihrem ganzen Verlauf in Oberösterreich, zählt zum Ausrückbereich des Taucherstützpunktes 1, dem die Tauchergruppe Traun angehört. Die Gewässer haben meist Tiefen von wenigen Metern bis hin zu 20 Metern und bieten zumeist aufgrund der Begebenheiten nur wenig Sicht unter Wasser.

Die Trauner Feuerwehrtaucher rücken im Jahr zu durchschnittlich fünf bis zehn Einsätzen aus. Dies reicht von Personensuchen und Bergungen von Badegästen über Suchaktionen nach Personen im großen Au-Bereich entlang der Gewässer bis hin zu Güterbergungen aus Gewässern (zB. versenkte Tresore, Fahrzeuge etc.).

Erst im heurigen Jahr rutschten binnen zweier Tage zwei Fahrzeuge bei Glatteis in einen Bach und konnten nur mithilfe unserer Taucher wieder für eine Bergung vorbereitet werden. Weiteres kurioses Beispiel – eine Taschenlampe mit einem speziellen Hochleistungs-Akku fiel in einen Hausbrunnen, aufgrund der drohenden Umweltgefahr stieg ein Einsatztaucher in den 15m tiefen Brunnen, suchte und barg schließlich die Lampe.

Die Ausrüstung unserer Feuerwehrtaucher besteht grundlegend aus einem Nass- und Trockentauchanzug, einem Tauchgerät mit 2 Lungenautomaten, 15-Liter-Tauchflaschen sowie einer Rettungs- und Tarierweste.

Foto: Florian KollmannFoto: Florian KollmannAnfang Juni 2017 wurden nun neue Schnelleinsatz- bzw. Arbeitstauchgeräte von der Fa. Interspiro, angeschafft. Mit diesen ist es den Einsatztauchern nunmehr noch schneller und besser möglich, auch in schwierigsten Situationen effektiver und sicherer zu arbeiten. Durch die Vollgesichtsmaske „Divator“ etwa ist es auch möglich, in stark kontaminierten Gewässern zu arbeiten, ohne dass der Taucher mit diesem in direkten Kontakt kommt.
Ebenfalls besteht die Möglichkeit Unterwasserkommunikation Kabellos- und Kabelgesteuert und auch eine Langschlauchluftversorgung DP1 integriert werden.

Grund für die Wahl dieses Modells war vor allem die robuste Ausführung und auch nicht zuletzt die jahrzehntelange Erfahrung der Fa. Interspiro auf dem internationalen Tauchsektor im Bereich Feuerwehr- Militär- und Arbeitstauchen. Die Rettungs- und Tarierweste ist zu einem großen Teil aus einem gummiähnlichen Material gefertigt, was eine gründliche Reinigung nach einem solchen Einsatz wesentlich erleichtert, bzw. überhaupt ermöglicht. In der Tarierweste sind jeweils zwei Bleitaschen integriert.

Es ist vorgesehen die Geräte auf einem, in Anschaffung stehendem, Fahrzeug fix im Mannschaftstraum zu haltern. In diesem Zustand ist ein herkömmlicher Lungenautomat montiert, was ein rasches Aufnehmen und einen raschen Einsatz im Anlassfall schon während der Anfahrt ermöglicht. Als Luftvorrat haben wir uns jeweils für eine 10 Liter 300 bar Flasche entschieden.