Die Bezirkswarnstelle und Einsatzzentrale (Florian-Funkfixstation) wurden zusammen in einem Raum implementiert. Diese Entscheidung wurde aus Erfahrungen der letzten Jahre gewonnen, in denen sich eine gemeinsame Nutzung als bestmöglicher Kommunikationsweg empfahl. Räumlich als auch technisch getrennt sind die beiden Stationen durch zwei gleichwertige Leitstellentische im Raum.

Die Bezirkswarnstelle Linz-Land ist keine dauerhaft besetzte Notrufzentrale, sondern wird nur im Anlassfall aktiviert – diese Besetzung zum Vollbetrieb kann im Ernstfall binnen weniger Minuten erfolgen. Dazu wird neben dem Kommunikationselement ein Meldekopf installiert, welcher schließlich im Katastrophenstab (S1 – S6) mündet. Zusammen mit der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land wurde nach den getätigten Erfahrungen beschlossen, künftig einen integrierten Stab (Behördlich BEL und Technisch TEL) immer im Trauner Einsatzzentrum zu installieren. Das Personal wird dabei einerseits für die Bezirkswarnstelle durch die FF Traun und einem Pool aus Feuerwehrmitgliedern des Bezirkes gestellt, Bezirks-Feuerwehrkommando und Behörden bilden die Einsatzleitung.

Die Leitstellentische ermöglichen einerseits komfortables Arbeiten am Tisch, andererseits leichte Zugänge zur Verkabelung aller Komponenten. Eben dazu wurde auch der Boden in der Funkzentrale doppelt ausgeführt. Beide Tische sind jeweils höhen- und neigungsverstellbar, somit kann der Disponent bei längeren Einsätzen auch zur Abwechslung im Stehen arbeiten.

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Beide Arbeitsplätze bieten zwei unabhängige PC's mit je zwei Bildschirmen sowie eine Telefonanlage, Funkgeräte, die WAS-Alarmierungsendstelle und die Bildschirmsteuerung der gesamten Haustechnik. Somit ist ein völlig autarkes Arbeiten in der Bezirkswarnstelle als auch in der Florian-Station möglich. Um dem Disponenten der Bezirkswarnstelle die Alarmierungsarbeit im Ernstfall zu erleichtern, wurde außerdem auch eine Visualisierung des Einsatzleitsystems angedacht. Die Notrufannahme 122 bleibt jedoch weiterhin in der Oö. Landeswarnzentrale, über die Bezirkswarnstelle werden ausschließlich direkt entgegengenommene Anrufe oder Stabs-Aufträge disponiert, aber auch Alarmstufen-Übungsalarmierungen für den Bezirk Linz-Land durchgeführt.

Die beiden Arbeitsplätze wurden mittig durch ein 65 Zoll „Smartboard" ergänzt, welches elektronisch visualisiert einen virtuellen Bildschirm anzeigt und auf welchem gleichzeitig mit zwei Eingabestiften ähnlich wie auf einem Flipchart digital gearbeitet werden kann. Eine perfekte Lösung, etwa zur Lagekartenführung. Das Smartboard ist mit einem Videobeamer im Stabsraum verbunden, wodurch man die in der Bezirkswarnstelle geführte Lagekarte direkt und live dem Stab zur Verfügung stellen kann.

Für längere Einsätze wurden ein Fernseher und ein Radio in der Einsatzzentrale integriert, Funk und Radio können dabei auch in gewisse Gebäudebereichen über die Haussprechanlage aufgeschaltet werden. Inmitten des Tisches ist auch ein neigungsverstellbarer Touchscreen verbaut, auf welchem mit der Leitstellensoftware „LARDIS" Funkgespräche (in Vorbereitung auf den bevorstehenden Digitalfunk) getätigt und die gesamte Haustechnik bedient werden können. Hiermit können auch die Straßenampel ein- und ausgeschaltet werden, Licht und Tore bedient sowie die Raumtemperaturen abgelesen werden.

Ein weiterer Teil aus dem Gebäude-Altbestand ist der ehemalige gemeinsame Schulungsraum. Dieser wurde ebenso einer Generalsanierung unterzogen. Hier tagt künftig der integrierte Katastrophenstab auf eigens dafür vorgesehenen „Insel-Plätzen", wo die einzelnen Stabsmitglieder (S1 - S6) mit jeglicher Technikinfrastruktur über Bodendosen versorgt werden. In Friedenszeiten kann der vielgenutzte Schulungsraum durch flexible Trennwände geteilt werden und bietet unabhängig voneinander zwei Schulungsmöglichkeiten mit Beamer und Leinwand. Zusätzlich eingeschlossen ist eine Teeküche bzw. gleichzeitig ein Sessellager.

Zwischen dem Stabsraum und der Bezirkswarnstelle liegt noch ein kleiner Raum, der im Katastrophenfall für den Meldekopf (zur Sortierung und Protokollierung der Nachrichtenein- und Ausgänge) genutzt wird. Im Feuerwehr-Schulungsraum im 1. OG (mittleres Foto unten) bietet sich überdies die technisch vorbereitete Möglichkeit, ein "Callcenter" einzurichten. 

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