In einer wahren Mammut-Übersiedlungsaktion hat unsere Mannschaft am 03. Oktober 2015 das neue Trauner Einsatzzentrum bezogen. Wie es zum neuen und zugleich "alten" Einsatzzentrum überhaupt erst gekommen ist, lesen Sie hier in einer informativen Reportage. Erfahren Sie mehr über die einzelnen Räumlichkeiten, die Herausforderungen und das große Projekt.

Text & Fotos: © Florian Kollmann, Oskar Reitberger sen., Werner Hellrigl, Chronikfotos: Stadtarchiv & Feuerwehr, Luftbilder: Wolfgang Luif/wolfstudios.at

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Zur Geschichte

Die Trauner Feuerwehrzentrale wurde im Jahr 1982 mit einem Neubau eröffnet. An einer neuralgischen Verkehrsschnittstelle im Herzen der Stadt lässt sich nach der Wache-Ausfahrt in alle Richtungen jeder der vier Stadtteile sehr schnell und gut erreichen. Das V-förmige Gebäude teilen sich zur Hälfte die Freiwillige Feuerwehr und das Rote Kreuz. Letzteres wurde nach einem Brand im Jahr 2011 in der Fahrzeuggarage innen saniert. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Traun hat einen Mitgliederstand von rund 130 Mitgliedern und rückt jährlich zu rund 400 Einsätzen aus. Dazu stehen ihr neben professionell ausgebildeter Mannschaft auch 11 Einsatzfahrzeuge, gegliedert in zwei Löschzügen bzw. einem Technischen Zug zur Verfügung.

Mehrere Spezialeinheiten wie Gefährliche-Stoffe-Gruppe, Tauchergruppe, Wasserdienst, Sprengbefugte und die Rettungshundestaffel erfordern einen hohen Ausrüstungs- und somit Platzbedarf. Die "alte" Feuerwehrzentrale bestand aus Büros, einem mit dem Roten Kreuz gemeinsam genutzten Schulungsraum, Atemschutzwerkstätte und Tauchermagazin, einem Gerätelager und einer 355m² großen Fahrzeughalle, einem Schlauchturm und einer Schlauchwaschanlage im Untergeschoss. Die Jugendgruppe ist darüber hinaus seit Jahrzehnten in ihrem eigenen Jugendfeuerwehrhaus untergebracht, in welchem in der Vergangenheit der 2. Löschzug der Feuerwehr Traun untergebracht war.

Raumbedarf und Unfallrisiko als wesentliche Faktoren

ez 2014Die Liste an sanierungsbedürftigen Räumen und vor allem der enorm gestiegene Platzbedarf der Feuerwehr stiegen in den letzten Jahren markant an. Alleine schon der Umstand, dass die Fahrzeughalle im hinteren Bereich um knapp einen Meter abgehängt war, zwang die Feuerwehr, in der hinteren Stellplatz-Reihe nur mehr kleine Fahrzeuge unterzustellen. Besonders kritisch vor Augen geführt wurde der Platzbedarf etwa beim Schweren Löschfahrzeug (SLF), hier mussten beim Einparken die Schlauchhaspeln und der Wasserwerfer am Dach abmontiert bzw. umgelegt werden. Bei über 400 Einsätzen der Wehr pro Jahr ein jeweils langwieriges Verfahren der (De-)Montage im Einsatzfalle.

Ein weiterer stets vorhandener Kritikpunkt – die Spinde der Mannschaft waren entlang der Gebäudeflucht hinter und teilweise zwischen den Fahrzeugen situiert. Zum einen eine starke Belastung durch die Abgase der laufenden Motoren, andererseits ein hohes Unfallrisiko im Einsatzfall und beim Einparken eines Fahrzeugs. Vor allem kleinere Fahrzeuge und Anhänger mussten in den letzten Jahren schon in externe Gebäude ausgelagert werden.

Mehrstufiges Ausbauprogramm zum neuen Einsatzzentrum

Diese und viele weitere Mängelpunkte veranlassten das Kommando der FF Traun schon 2003, mit der Stadt Traun und dem Landes-Feuerwehrkommando in intensive Verhandlungen zu treten. Ein Verlassen des bisherigen Standortes in der Johann-Roithner-Straße war keine Option, da die verkehrstechnisch hervorragende Lage mitunter einer der wesentlichsten Faktoren für einen Fortbestand darstellt. Weiters ist die gemeinsame Nutzung zwischen Feuerwehr und Rotem Kreuz ein Trauner Erfolgsprojekt bei der Nutzung gemeinsamer Synergien. Einerseits musste nun aber der erforderliche Raum- und Technikbedarf evaluiert werden, zum anderen bedurfte es natürlich der Abklärung der Finanzierung dieses Großvorhabens.

Um ein sehr kostenneutrales, ausgeglichenes und vor allem bedarfsorientiertes Ergebnis eines Um- und Neubaus zu erzielen, verständigte man sich in den Verhandlungsjahren auf ein mehrstufiges Ausbauprogramm. In die Planung und Ausführung eines Bedarfsplanes für eine neue Feuerwehzentrale flossen unter anderem auch eine Vielzahl an Richtlinien und Erfordernisse wie etwa Förderungsvoraussetzungen, Wärmedämmungsfaktoren etc. mit ein. Die Finanzierung des Vorhabens konnte zuletzt seitens der Stadtgemeinde durch die Bildung entsprechender Rücklagen und seitens des Landes OÖ und des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes durch entsprechende Beteiligungen gestemmt werden.

Erste Bauetappe stellte die Errichtung einer Kleingarage für bis zu drei Kleinfahrzeuge bzw. Anhänger dar, diese wurde bereits im Jahr 2009 fertiggestellt. Die zweite und wesentliche Ausbaustufe erfolgte nunmehr - bereits im Herbst 2014 begannen die internen Vorbereitungen für einen Umzug in ein Ausweichquartier.

Mit der zweiten Haupt-Ausbauetappe wurde anstelle der ursprünglichen Fahrzeughalle ein zweigeschossiges Gebäude errichtet. Über der Fahrzeughalle wurden sämtliche Räume für Verwaltung, Schulung und Kameradschaft situiert. Die komplette Technik (Funkanlagen, Elektronik, EDV, Werkstätten, Atemschutz, Taucher, Büros etc.) sowie die Bezirkswarnstelle Linz-Land (Warn- und Alarmierungsstelle unseres Bezirkes im Katastrophenfall) sind nun an den modernsten Stand der Technik angepasst, um auch künftig beispielsweise in Katastrophenfällen den Einsatzstäben der Behörde und der Einsatzkräfte die bestmögliche Infrastruktur zu bieten.

In einem weiteren dritten Ausbauschritt soll künftig noch der bestehende Altbau von Feuerwehr und Rotem Kreuz einer umfassenden Außensanierung (Fenster, Dämmung, Anstrich, etc.) unterzogen werden. Dies wird aber erst in mittelfristiger Sicht realisiert werden können, da es auch hierbei nicht unwesentlicher Finanzmittel bedarf und neben der Feuerwehr auch das Rote Kreuz betroffen ist.

Planung nach vielen Bedürfnissen

Die Trauner Feuerwehrzentrale stellt seit jeher zugleich auch die Funktion der Bezirkswarnstelle Linz-Land, für einen entsprechend großen Bezirk mit immerhin rund 130.000 Einwohnern! Also eine Alarmierungs- und Koordinationsstelle für Katastropheneinsätze. Vor allem die jüngste Vergangenheit der letzten Jahre zeigte mehrfach die Notwendigkeit einer solchen Bezirkswarnstelle, etwa beim Hochwasser 2002 oder 2013, als auch bei Starkregen- oder sonstigen Unwettern.

Die Bezirkswarnstelle Linz-Land ist keine dauerhaft besetzte Notrufzentrale, sondern wird nur im Anlassfall aktiviert – diese Besetzung zum Vollbetrieb kann im Ernstfall binnen weniger Minuten erfolgen. Dazu wird neben dem Kommunikationselement ein Meldekopf installiert, welcher schließlich im Katastrophenstab (S1 – S6) mündet. Zusammen mit der Bezirkshauptmannschaft Linz-Land wurde nach den getätigten Erfahrungen beschlossen, künftig einen integrierten Stab (Behördlich BEL und Technisch TEL) immer im Trauner Einsatzzentrum zu installieren. Das Personal wird dabei einerseits für die Bezirkswarnstelle durch die FF Traun und einem Pool aus Feuerwehrmitgliedern des Bezirkes gestellt, Bezirks-Feuerwehrkommando und Behörden bilden die Einsatzleitung.

bau6Diese Vorgaben flossen natürlich entsprechend in die Planungen für das neue Einsatzzentrum ein, in enger Kooperation mit den Behörden. Nach einer Vielzahl von Richtlinien, Vorgaben und Erfahrungswerten wurde die Infrastruktur der künftigen Bezirkswarnstelle dem heutigen Stand der Technik angepasst, um vor allem den aktuellen Problemstellungen (Gefahr von Blackouts, IT-Ausfälle, Telefonüberlastung etc.) gewachsen zu sein. Dies betrifft auch die Notwendigkeit vieler Ausfallssicherheiten in Bezug auf Telefon, Funk, IT, Server und Stromquellen. Auch die Möglichkeit zur Einrichtung eines Callcenters sollte implementiert werden. Somit können im Ernstfall eine Vielzahl von Synergien genutzt werden, ohne kleinere kostenintensive Insellösungen an verschiedenen Standorten aufbauen zu müssen. Nicht zuletzt ist die komplette Technik-Infrastruktur durch ein leistungsfähiges 110kvA Notstromaggregat abgesichert, welches im Notfall sofort und nahezu unterbrechungsfrei die Energieversorgung übernimmt.

Die Planung des Feuerwehrausbaus wurde schließlich in mehrere Arbeitsgruppen aufgegliedert, vor allem nach Räumlichkeiten. Etwa die Planung von Büros, der Atemschutzwerkstätte, des Aufenthaltsraumes, der Umkleide, des Schulungsraumes etc. Miteinbezogen wurden natürlich auch die Überlegungen, welcher Teil vom Altbestand mitübernommen werden kann. Letztlich wurde insbesondere das Mobiliar der Räume neu beschafft, da die bestehenden Möbel schon mehrere Jahrzehnte alt waren und auch in der Anzahl keinesfalls mehr reichen würden.

Nach Abschluss der umfassenden mehrjährigen Planungsphase (rund 15 Mann der FF Traun - vor allem das Kommando - waren mit der konkreten Planung beauftragt) wurde einerseits ein Pflichtenheft erstellt, welches sämtliche Erfordernisse beinhaltet. Auf der anderen Seite wurden die notwendigen Verhandlungen mit der Stadtverwaltung aufgenommen, da Bauarbeiten und Innenausstattung letztlich nach öffentlicher Ausschreibung vergeben werden mussten. Sehr hervorzuheben ist für Kommandant ABI Oskar Reitberger jun. „die absolut vorbildliche Kommunikationsebene zwischen allen Beteiligten, welche auf langjähriger Erfahrung und Wertschätzung beruht. In erster Linie sehen wir für unsere Erfordernisse die Transparenz, Kosteneffizienz und eine tatsächliche praxisbezogene Notwendigkeit bei unseren Anschaffungen".

Ein weiterer wesentlicher Schritt der Planungsarbeiten war die Miteinbeziehung der gesamten Mannschaft. Alle Mitglieder sollten die Möglichkeit zur Mitgestaltung haben, aus den eigenen Erfahrungen und Bedürfnissen heraus. Dieser Schritt stellte sich als besonders wertvoll heraus, da selbst die unauffälligsten Kleinigkeiten die Effektivität in der späteren Nutzung des Hauses wesentlich beeinträchtigen können.

Temporäres Ausweichquartier am Werksgelände

Die temporäre Feuerwehrzentrale wurde für 7 Monate im Betriebsgelände der Firma Dr. Franz Feurstein eingerichtet. Ein Ergebnis, das nicht zuletzt aufgrund der ausgezeichneten Zusammenarbeit und Kommunikation mit der Dr. Franz Feurstein GesmbH bzw. Tannpapier GesmbH erzielt werden konnte, welche auf ihrem Werksgelände die Freiwillige Betriebsfeuerwehr Dr. Franz Feurstein unterhält. Am dortigen Standort findet sich neben der Feuerwache eine Lagerhalle mit Flugdach, welche letztlich als neue Fahrzeughalle gewonnen werden konnte. Ein großer geschlossener Lagerraum wurde dazu als Umkleide- und Lagerbereich umfunktioniert. Als Kommunikationszentrale wurde die bestehende Florian-Funkfixstation der BTF gemeinsam mitgenutzt, ebenso die Werkstätten und Lagerbereiche.

Ein äußerst positiver Nebeneffekt der gemeinsamen Feuerwehrhaus-Nutzung zwischen FF Traun und BTF Feurstein war die noch weiter intensiv gestärkte Zusammenarbeit und Kameradschaft in der Mannschaft. Die gegenseitige Unterstützung im Einsatz- und Übungsfall war ein absoluter Beweis der Kameradschaft zwischen beiden Wehren und stärkte diese auch. Ein äußerst glücklicher Umstand für alle Beteiligten, ansonsten hatte sich die Standortsuche für ein Ausweichquartier bis zuletzt nahezu erfolglos dargestellt, Fahrzeuge und Geräte hätten auf mehrere Standorte verlagert werden müssen, im Einsatzfall eine sehr ungünstige Ausgangslage. Trotzdem musste auch jetzt kleineres Inventar der Feuerwehr wie Kleinfahrzeuge und manche Geräte auch an anderen Standorten in Traun verteilt einquartiert werden, eine Lagerhalle im Besitz der Stadt leistete hier wertvolle Raumressourcen.

Am Tag der Übersiedlung ins Ausweichquartier musste in einer großangelegten Logistik-Aktion die gesamte Infrastruktur der Feuerwehr aus der alten Feuerwehrzentrale geräumt und auf das Ausweichquartier und die Lagerhalle verteilt werden. Natürlich bedurfte es dazu auch der notwendigen zB. Elektroinstallationen wie etwa Strom-Luft-Ladung der Fahrzeuge uvm. Dies wurde zur Gänze in Eigenregie unserer Mannschaft durchgeführt. Die telefonische Erreichbarkeit der Feuerwehr für die Bevölkerung wurde von Beginn an über die Diensttelefone der Kommandanten sichergestellt. Wie Sie sich natürlich vorstellen können, war dieses Mammutprojekt kein üblicher Haushaltsumzug. Hier bedurfte es umfassender logistischer und struktureller Vorbereitungen, um die tägliche Einsatzbereitschaft am Laufen zu halten.

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Beginn der Bauarbeiten im März

So konnte in der ersten März-Woche des Jahres 2015 planmäßig mit den Bauarbeiten begonnen werden, nicht zuletzt das Wetter spielte hier auch sehr gut mit. Nach einer Baustelleinrichtung erfolgte neben der Entkernung des Gebäudes zugleich der Abriss der gesamten Fahrzeughalle. Zeitgleich nutzte man diese Möglichkeit für eine beeindruckende Beübung eines Rette- und Bergesprengens, welches für die Sprengbefugten des Stützpunktes Linz-Land aufschlussreiche Erkenntnisse im Sprengen von Zugangsöffnungen durch Stahlbeton brachte.

Die Abbrucharbeiten selbst dauerten nur wenige Wochen, ehe mit den ersten Aushub- und Betonarbeiten begonnen wurde. Im Hof wurde ein Baukran aufgerichtet, welcher bis zuletzt sämtliche Hebearbeiten durchführte. Ab dem Monat Mai erhoben sich bereits die ersten Stützsäulen der neuen Fahrzeughalle, welche gegenüber dem Altbau nunmehr eine durchgehende Deckenhöhe aufweist. Die neue Fahrzeughalle bietet nun 530m² für die Unterbringung von zehn Fahrzeugen und zwei Booten. Bereits im Juni erreichte der Bau das erste Obergeschoss. Die Gleichenfeier wurde am 16. Juli nach rund drei Monaten zelebriert, ein für uns erfreulicher Meilenstein. Allen voran legte unser Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer zusammen mit vielen Ehrengästen Hand am Gleichenbaum an.

Nunmehr starteten auch die Arbeiten im Inneren des Neubaus als auch zeitgleich im bestehenden Gebäude, welches nahezu vollständig entkernt und neu ausgebaut wurde. Der äußerst schöne und regenarme Sommer kam den Bauarbeiten wiederum sehr entgegen, bis zuletzt im September liefen die Bauphasen nahezu voll im Zeitplan. Während der Errichtung des Einsatzzentrums wurden die Bauarbeiten laufend auch durch unser eigenes Personal aus der Planungsgruppe überwacht, um doch auch selten auftretende „Probleme" oder Fragestellungen gleich vor Ort klären zu können. So konnte zu jeder Zeit sichergestellt werden, dass die erforderlichen Baumaßnahmen auch entsprechend der Anforderungen umgesetzt werden. Dass eine solche Baustellen-Überwachung natürlich auch erhebliche Personalressourcen unserer freiwilligen Mannschaft bindet, bedarf wohl keiner eigenen Erwähnung.

Für Ende September wurde schließlich die „Dead Line" fixiert, da der Rückübersiedlungstermin für 3. Oktober 2015 vereinbart wurde. Der Termin konnte unter Hochdruckarbeit gehalten werden, vornehmlich die Installationsarbeiten (Elektronik, Haustechnik, etc.) im Gebäude nahmen jedoch noch weitere Wochen in Anspruch, sind aber für den ersten Bezug des Hauses nicht relevant. So wurden etwa für die Errichtung der gesamten IT- und Haustechnikinfrastruktur zwei Unternehmen beauftragt, welche für Installation und Adaptierung verantwortlich zeichnen – aufgrund der Komplexität der gesamten Technik wäre hier kaum noch eine Eigenleistung möglich.

Nach weiteren rund zwei Monaten schließlich konnte das Gebäude als fertiggestellt bezeichnet werden, sämtliche Arbeiten waren erledigt, die Abläufe koordiniert und eingelebt.

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Öffentlichkeitsarbeit für die Bevölkerung

Dass eine zeitgemäße Berichterstattung in Zeiten von Websites und Facebook notwendig ist, bedarf wohl keiner extra Erwähnung. Viel wichtiger bei diesem Thema ist eine adäquate Information der Bevölkerung, wie sie auch während der Bauarbeiten „ihre" Feuerwehr erreicht. Nicht jedem Feuerwehreinsatz geht ein Notruf über 122 voraus, vielfach melden Bürgerinnen und Bürger kleinere Einsätze auch per Telefon oder persönlich im Feuerwehrhaus. Damit dies auch weiterhin zu jeder Zeit möglich war, wurde schon vor Beginn der Bauarbeiten umfassend auf die neuen Erreichbarkeiten hingewiesen. Der Festnetzanschluss der FF Traun wurde an die Kommandanten-Mobiltelefone weitergeleitet, im Ausweichquartier versehen unser Hauptberuflicher Mitarbeiter und unser Zivildiener ihren Dienst, welche somit schnell erreichbar sind. Für die übliche Berichterstattung wurde der Weg über die Website und Facebook gewählt, um die Trauner Bevölkerung am Laufenden zu halten. Nicht zuletzt auch, um transparent aufzuzeigen, welches Vorhaben hier realisiert wird und wie öffentliche und Spendengelder effizient eingesetzt werden.

Zur Fotodokumentation erklärte sich unser Ehrenkommandant bereit, täglich die Bauarbeiten auch fotografisch festzuhalten. Bereits im Ruhestand, ist dies eine willkommene Abwechslung für unseren Baufotografen. Zusätzlich wurde auch eine Videokamera installiert, welche als Livestream Fotos lieferte. Diese Bilder wurden nach Ende der Bauarbeiten zu einem beeindruckenden Zeitraffer zusammengefügt.

Offizielle Eröffnung – nicht umfangreich, aber authentisch

Die offizielle Eröffnungsfeierlichkeit erfolgt am 30. April 2016. Hier plante man keine statische Leistungsschau, sondern einen lebendigen Tag der offenen Tür. Die Besucher sollen sehen, wie im neuen Einsatzzentrum gearbeitet wird und wofür die finanziellen Mittel eingesetzt wurden. In jedem Raum und in jeder Werkstatt wird aktiv gearbeitet, der Katastrophenstab führt an diesem Tag eine Katastrophenübung durch. Besucher können so bei ihrem selbständigen Gang durch das Haus diesen lebendigen Charakter hautnah erleben und einen Einblick in den Feuerwehralltag erlangen. Im Anschluss an den Tag der offenen Tür wird das traditionelle Maibaumaufstellen im Hof des Einsatzzentrums durchgeführt.

Danksagung – für vielerlei Unterstützung

Zweifelsohne ist dieses Um- bzw. Neubauprojekt in dieser Ausführung nicht möglich ohne die Unterstützung durch eine Heerschar von Partnern und natürlich dem eigenem Personal. Wenn man die Wochenstunden aufrechnet, die alleine durch die interne Planungsgruppe geleistet wurden, könnte man wohl mindestens einen Vollzeit-Mitarbeiter dafür einstellen. Es ist in der heutigen Zeit keinesfalls selbstverständlich, dass Freiwillige in der ohnehin schon knapp bemessenen Freizeit auch noch für ein ebensolches Projekt teilweise mehr als 30 Wochenstunden opfern. Hier sind Teamgeist und Zusammenhalt gefragt, wenn letztlich alle an einem Strang ziehen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

Weiters bedarf es der Unterstützung und dem Entgegenkommen der vielen Verhandlungspartner. Sei es aus dem Landes-Feuerwehrverband, der Landesregierung, der Stadtverwaltung oder natürlich der beteiligten Firmen. Ausschreibungen müssen definiert werden, Planungen korrigiert oder evaluiert werden, Finanzierungen geklärt werden etc. Besonders hervorzuheben sind hier die vielen Unterstützungen seitens der Wirtschaft und natürlich durch unsere Stadtverwaltung. Deren kompetente Mitarbeiter und unser Bürgermeister standen uns in allen Belangen zur Seite und ermöglichten uns letztlich dieses Ergebnis eines Einsatzzentrums am modernsten Stand der Technik, am Puls der Zeit...

Der Kostenrahmen des Bauwerkes, welcher auch die teilweise Adaptierung des angrenzenden Bauwerksbestandes beinhaltet, belief sich auf rund € 3.800.000,-. Aufgrund einer effizienten Bauführung, einer laufenden Kostenkontrolle sowie der unzähligen ehrenamtlichen Stunden der Feuerwehrmitglieder konnte dieser Kostenrahmen eingehalten werden. An dieser Stelle bedanken wir uns auch herzlich bei der Firmenleitung sowie der Betriebsfeuerwehr des Unternehmens Dr. Franz Feurstein. Ihrem äußerst dankenswertem Entgegenkommen ist das vorübergehende und unkomplizierte Ausweichen in ein Ersatzquartier zu verdanken. Und nicht zuletzt sind es die Bevölkerung und die Wirtschaft. Nur durch die Spendenbereitschaft – sei es finanziell oder materiell - ist es möglich, Inventar und so manche Einrichtungsgegenstände zu realisieren.

Linktipps - Fotos & Videos der Baudokumentation